Brotfest, Kasnudl & Salamistraße


Von der Natur wurde Kärnten mit vielen Sonnenstunden pro Jahr, mit seinen Seen – die meisten haben Trinkwasserqualität und mit Landschaften, die sich tief in die Seele einprägen, gesegnet. Aber auch die Bewohner von Österreichs südlichstem Bundesland haben Gutes hervorgebracht und sorgfältig bewahrt: Handwerkskunst, Brauchtum und die Rezepte traumhafter Speisen.  
    
Im abgeschiedensten Tal des Landes, dem Lesachtal, lebt ein Element bäuerlicher Kultur eindrucksvoll fort – die Kunst des Brotbackens. Seit 2010 ist diese sogar immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO.

In der Zeit von Überfluss und -sättigung ist die Besinnung auf unser wichtigstes, wenngleich einfachstes Nahrungsmittel eine Reise wert: Früher standen im Lesachtal 100 Mühlen, die unter anderem dazu dienten, Brotgetreide zu mahlen. Bei dieser schonenden, aufwendigen Technik verblieben Vitamine, Mineralstoffe und andere gesunde Bestandteile im Mehl. Wenngleich modernisiert, ist die Methode heute die gleiche.

Dadurch sagt man dem Lesachtaler Brot nach, schmackhafter zu sein als andere Brote und reichhaltiger. Und weil die Bewohner des Lesachtals nie vergessen haben, für ihr Brot zu danken, befinden sich bis heute auf echtem Lesachtaler Brot drei Kreuze.

Beim Brotfest 2016 am 3. und 4. September 2016 wird viel davon gebacken, verglichen, verfeinert und gegessen. Dazu gibt es Musik und Folklore.
   

   
Es ist wohl der Nähe zu Slowenien und Italien zu verdanken, dass die Kärntner Küche reicher ist als die anderer Regionen.  Die Sasaka, ein Kärntner Verhackerts, macht mit ihrem hohen Anteil an würzigem Speck jedes Brot zur deftigen Jause.

Ungewohnt, aber typisch ist die Kombination aus Fleisch und süßem Weißbrot mit Rosinen und Zimt, dem Kärntner Reindling, auch Pogača genannt, ausgesprochen „Pogatscha“. Bei der Kärntner Osterjause wird er mit Schinken und Eierkren gegessen, während man ihn im Gailtal zur Kirchtagssuppe, der Čisava župa, reicht.

Dabei handelt es sich um eine Hauptspeise, die aus drei Fleischsorten besteht. Der Ritschert ist ein kräftiger Eintopf, der aus Selchfleisch, Rollgerste, Bohnen und Gemüse zubereitet und mit Sauerrahm veredelt wird. Er soll aus der Zeit der keltischen Besiedlung stammen.
   
Weit über die Kärntner Grenzen berühmt ist die Kasnudl, auch Kasnockn genannt – kunstvoll gestaltete Teigtaschen mit nach Region und Familienrezept abweichenden Füllungen. Die moderne Küche mag sie mit Forellenkaviar aus klaren Gebirgsbächen garnieren – den Geschmack geben ihr die stets frischen Kräuter, insbesondere Minze und Petersilie.

So manches Kärnter Fest ist dem guten Essen gewidmet: In Bleiburg feiern Bewohner und Gäste den Schinken, in Bad Eisenkappl alljährlich im September den Speck und entlang der Salamistraße im Jauntal führen 7 Genusstouren zu Buschenschenken und Hofläden.

Im Herbst wird in Neuhaus der Buchweizen (Hadn) geerntet, die Frucht einer besonders nährstoffreichen Pflanze aus der Familie der Knöteriche. Ihre Frucht wird zu Mehl vermahlen. Dieses verrührt man etwa mit Schmalz oder Butter zum Hadnsterz, den die Menschen in der Region gern zum Kaffee essen.

Aus Hadn machen die Neuhauser aber auch Torten, Likör oder Ravioli – aber Grenzen bei der Zubereitung gibt es nicht, und das hat der Hadn mit dem Genuss in Kärnten gemein.
   
Nähere Informationen unter www.lesachtal.com   und www.kaernten.at
   
    

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